"La Dolce Vita"
Das süße Leben ist vorbei, es lebe das süße Leben!
Vom Mittwoch, den 11. bis Sonntag, den 15. März 2026 konnte man/frau bei der 23. Ausgabe von SNOW JAZZ GASTEIN dieses "Dolce Vita" in vollen Zügen erleben.
Alle Konzerte waren restlos ausverkauft und die hier auftretenden Künstler liefen zur Höchstform bei ihren Darbietungen auf. Das Publikum dankte es mit frenetischen Beifallsstürmen und vor Glück strahlende Menschen verließen nach den Konzerten den Saal. Wir hoffen dass dieser Zustand noch möglichst lange bei allen Besuchern anhält.
Das Bariton Saxophon Quartett BARIONDA blies zum Auftakt des 5-tägigen Reigens das Haus einmal ordentlich durch und zeigte dabei wie virtuos dieses scheinbar behäbige Instrument gespielt werden kann und die Zuhörer und Zuhörerinnen staunend in Atem hielt. Die nächste Feuerwerks Vorführung folgte am nächsten Abend. Das Francesca Tandoi Trio ließ wissen, dass Klaviere manchmal auch tanzen können. In atemberaubender Geschwindigkeit fegt die Römerin über die Tastatur, der Bass von Mateus Nikolajewsky und der Schlagzeuger Sander Smets sorgten für den Grund Speed in beeindruckend-galoppierender Manier - was für ein Abend!
Der freitagnachmittägliche Ausflug ins Ortszentrum von Bad Hofgastein führte das Sextett REVENSCH an der Pfarrkirche vorbei, im Stile einer Marchingband ins Hotel BLÜ, wo der Rest des Nachmittags vergnüglich swingend verbracht werden konnte. Nur der Sarg, wie bei den Funerals in New Orleans, fehlte........daran hätten wir denken können!
Zurück am Abend im Sägewerk zeigten Enrico Pieranunzi am Klavier und Thomas Fonnesbaek am Kontrabass wo der Bartl den Most holt. Kontrolliert, überlegen und mit jahrzehntelanger Konzerterfahrung ausgestattet, ließ Meister Enrico wissen was es heißt, einer der weltbesten Jazzpianisten zu sein. Mit seinem kongenialen Partner am Kontrabass, mit dem er seit mehr als einem Jahrzehnt im Duo auftritt, demonstriert er die "Leichtigkeit des Seins" musikalischer Höhenflüge. Beschreiben kann man das Ganze schwer, nur dankbar annehmen und genießen.
Tags darauf folgte eine Lehrstunde in Sachen "Italianità". Das Quintett von Rosario Bonaccorso beeindruckte das Publikum mit "Canzoni senza far Rumore". Dabei singt der Bassist mit einem Faible für brasilianische Musik und man wünscht sich einen Liegestuhl, ein Glas Caipirinha oder einfach einen Campari mit Soda und lässt sich von Gesang, Akkordeon- und Gitarrenklängen aufs Meer hinaustragen - virtuell natürlich!
Schlussendlich folgte im Hotel Miramonte in Bad Gastein noch ein Finale Furioso. Die orchestralen Klänge von Meister Luciano Biondinis Fisarmonica erinnern an Orgelspiel, dem folgen fein ziselierte Melodielinien um darauf wieder aufzubrechen in Galopp, Sprünge und scharfe Wendungen. Dem gegenüber empfindet man die manchmal himmlisch anmutenden Klarinetten-Tonfiguren von Mosé Chiavoni wie eine Leiter in die Unendlichkeit und hinterlässt ein Lächeln am Fuße der Leiter in den Gesichtern der Zuhörerinnen und Zuhörer.
Nicht weniger virtuos war das anschließende Buffet von Küchenmeister Peter!
Mille Grazie!









