Kabarett @ Sägewerk

QUERSCHLÄGER 4tet

20 Instrumente & 4 Typen machen Musik Kabarett
Do, 03. Oktober 2019 - 20:00
Sägewerk Bad Hofgastein
Fritz Messner
ollahond Zeig & Stimm
Mathias Messner
ollahond Zeig & Stimm
Reinhard Simbürger
ollahond Zeig & Stimm
Fritz Kronthaler
da Blosa

Das Querschläger-Quartett ist die kleine Version der Lungauer Kultgruppe um Fritz Messner, die sich in den letzten 20 Jahren ihre eigene, unvergleichbare Form zwischen Konzert und Kabarett geschaffen hat.

Bei den Auftritten der Quartettbesetzung kommen an die 20 Instrumente zum Einsatz und es steht die lockere, kabarettistische Seite im Vordergrund. Die einzelnen Lieder werden durch die schrägen, kabarettistischen „Gschichtln“ von Fritz Messner aufbereitet und verbunden.

Musikalisch treffen hinterfotzige Gstanzln, Jodler und wohlbekannte alpine Volksweisen in „runderneuerter“ Form auf sparsam arrangierte Folk- und Bluessongs und auf Stücke mit ungewohnten Instrumenten von Berghorn und Kontrabassklarinette über Sansula, Hang, Udu, Didgeridoo bis zu Birkenblatt und Potatofon. Insgesamt werden weit über 20 Instrumente eingesetzt.

Inhaltlich werden zuerst die Klischees des Alltagslebens und der allgegenwärtigen Medien- und Konsumkultur mit der Realität auf Kollisionskurs gebracht und dann die Folgen des Zusammenpralls lyrisch und satirisch unter die Lupe genommen.

Da kann es schon passieren, dass sich "eines Sonntags frühmorgens" nicht der Jaga und der Wildschütz, sondern der Förster und der Mountainbiker im grünen Forst als Duellanten gegenüberstehen, dass Schwammerlsuchen als "Mushrooming" zur neuen Trendsportart erhoben wird, dass der Zaubara-Jåggl an den Crossroads von Robert Johnson seinen existentiellen Pakt mit dem Bluesteufel schließt, oder dass ein neuer Gangster-Rap-Star mit Künstlernamen „Silo“ in seinem Megahit „Tattoo Tattoo Tattoo“ ganz, ganz böse sein will.

Es kann auch passieren, dass ganz schlüssig demonstriert wird, wie ein Casting zum Kas-Ding wird, die Querschläger ihr Bewerbungslied für den Song Contest vorstellen und musikalisch beweisen, dass die moderne Popmusik eigentlich nur im Lungau entstanden sein kann, weil im dortigen Dialekt die Silbenkombination „Schalala“ eine ganz bestimmte Bedeutung hat.
Es kann aber auch genauso gut  passieren, dass ein anscheinend ganz harmlos beginnendes Liedchen mit gefälliger Melodie als tiefschwarze Moritat für die meisten handelnden Personen tödlich endet, dass auch in die dunklen, verschwiegenen und verschütteten Ecken des idyllischen Landlebens geleuchtet wird, oder dass überhaupt nicht satirisch gemeinte, fragile und metaphernreiche Liebeslieder und Balladen den Zuhörer in gänzlich entgegengesetzte Gefühlslandschaften entführen.
Der schmale Grat zwischen komisch und ernst, zwischen Idylle und Abgrund, wird manchmal offensichtlich, manchmal nur zwischen den Zeilen sichtbar, manchmal verschwindet er ganz.