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Tangocrash - LIVE PICS |
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Veranstaltungsort: Sägewerk, Bad Hofgastein
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fotos: © gerhard kemptner
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Tag 6: Tangocrash
Konzertbericht von Thomas Hein
Was mit Havana Impacto mit Sambarhythmen vor zehn Tagen im Casino Bad Gastein im Norden des
Kontinentes begann, endete gestern im Sägewerk im Süden mit einer der bekanntesten musikalischen
Formen von “America Latina” - dem Tango. Die künstlerische Zusammenarbeit von Daniel Almada
(Piano/Samples) und Martin Iannaccone (Cello/Voice) besteht seit mehr als zwanzig Jahren,
als beide noch in Buenos Aires lebten und wies bereits Ähnlichkeiten mit ihrer heutigen Band
„Tangocrash“ auf. Doch erst seit dem beide Musiker in Europa leben, konnten sie sich ihrem
gemeinsamen Projekt intensiver widmen und vorantreiben, als Joe Zawinul ihre Musik in Buenos
Aires hörte, war seine positive Reaktion ein wichtiger Faktor, „Tango Crash“ entstand etwa im
Jahr 2002.
Im Sägewerk war die Band als Quartett mit Christian Gerber am Bandoneon und den Visuals von
Carlos Poete zu erleben. Ihr Tango ist jener der urbanen Zentren von heute, sei es der von
Buenos Aires oder der einer der europäischen Metropolen, wohnen doch Daniel Almada und Martin
Iannaccone seit einigen Jahren in Berlin. Doch ihr Tango hat sich von seiner bekannten,
eingängigen Form entfernt, ist wie ein Spiegelbild der Zeit zerrissen und fragmentarisch.
Ihre Musik erzählt von einer Verlorenheit, die durch teils futuristische, teils ironische
Bilder des in Basel lebenden Carlos Poete noch verstärkt wird. Dieser Wehmut setzen „Tango Crash“
jedoch die expressive Kraft und Energie des Tango entgegen, wenn auch nur als in immer neuen
Melodien funkelnden Partikeln. Der Tango überlebt nach seinem Crash, doch hat sich den veränderten
neuen globalen Städten und ihren Geschichten angepasst. Der Tango in seiner elektronischen Form
lebt nicht mehr in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart. Das musikalische „Latino America“
des Snow Jazz Gastein- Festivals ist nach seiner zehntägigen Reise in der Zukunft angekommen,
die nächste geht 2010 nach Europa: „I love Paris“ nennt sich der nächste künstlerische Reiseführer.
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