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Les doigts de l`homme - LIVE PICS |
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veranstaltungsort: Ev. Christohoruskirche
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fotos: © josef maier,
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Tag 6: Musique Manouche im Dorf
Konzertbericht von Thomas Hein
Geschichte, lebendig, rasant
„Les Doigts de l’ Homme“ im Festsaal von Dorfgastein
Die aktuelle Kritik von Gestern ist morgen Geschichte, nach Dotschy Reinhardt
am Montag und vor dem Sonntagsbrunch mit Harry Stojkas „Tribute to Swing Quartet“
begaben sich „Les Doigts de l’ Homme“ im Festsaal Dorfgastein auf die Spuren von
Django Reinhardt, seiner Musik und seiner Zeit. Aus dem doch distanzierten Blick
von heute auf die zentrale Entstehungsperiode des Jazz Manouche in den 1930er und
40er Jahren muss man die Bedeutung von Reinhardts „zeitlosem“ Stil herausstreichen.
Das Quartet strahlt nicht nur ungeheure Begeisterung für Reinhardts Musik und den
damit verbunden Stil und die Originalbesetzung – zwei Sologitarren, Rhythmusgitarre
und Kontrabass – aus, ihre Jugend führt sie im bekannten Wettstreit der Solisten auf
höchster Geschwindigkeitsstufe in ungeheure fingerartistische Höhen, ohne dabei an
künstlerischer Substanz zu verlieren. Mit vielen Klassikern Reinhardts und einigen
Eigenkompositionen erinnern sie an viele ihrer bereits in der Vergangenheit
verblassenden Kollegen, die diese Musik auch als künstlerische Energie gegen
ein totalitäres Regime einsetzten, die auch eine enorme Zahl von Roma und Sinti
in den Tod geschickt hat. Deswegen war auch eine dem Thema Auschwitz gewidmete
Ballade ein wichtiges Erinnerungszeichen, wofür die Musik und ihre Vertreter
(wie Coco Schumann, der auch als „Ghettos-Swinger“ bezeichnet wird) damals
eingetreten sind. Mit diesem künstlerischen Stil zeigten sie menschlichen Stolz
und Überlebenswillen, das vielfach rasante Spiel ist - wie bei der sehr offensichtlichen
Verwandtschaft zum Flamenco – die nachvollziehbare Ausformung dieser Lebensgeschichte.
Doch „Les Doigts de l’ Homme“ sind – auch mit Lichtregie und Showelementen –
im 21.Jahrhundert angekommen. Olivier Kikteff und Benoit Convent zeigten, wie
die gegenseitige anspornende, aber immer kollegiale Herausforderung in ihren
virtuosen Solos der französischen Jazz-Geschichte Leben einhaucht, unterstützt
von Yannick Alcocer (Rhythmusgitarre) und Tanguy Blum am Bass bildeten sie ein
hörbar eingespieltes Quartett, das ihre Lebensfreude auch dem Publikum zu vermitteln
versteht. Wenn man sich die schon ein wenig zurückliegenden Fernsehbilder aus den
Banlieus der französischen Großstädte ins Gedächtnis ruft, erzählten diese sonst oft
verborgene Geschichten von gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen, die Musik an diesem
Abend könnte auch als Stimme für jene zu verstehen sein.
Thomas Hein
Tickets & Info: 06432 / 61 64
Das kommende Programm :
Do, 18.03.2010 20.30
Ev. Christophoruskirche Bad Gastein
Noel Akchote
Do, 18.03.2010 22.30
Silverbullet Bad Gastein
La Page Tournee
Fr, 19.03.2010 20.30
Sägewerk Bad Hofgastein
Valérie Louri 6tet
Sa, 20.03.2010 20.30
Sägewerk Bad Hofgastein
Kouyaté & Neerman 4tet
So, 21.03.2010 20.00
Sägewerk Bad Hofgastein
Michel Portal & Jacky Terrasson
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