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Spielort: Ev. Christophoruskirche Bad Gastein
Joachim Ernst Berendt zitiert in seinem Jazzbuch einen Ausspruch
Dizzy Gillespies, der Ende der 40er Jahre, über die Zukunft des
Jazz befragt, antwortete: „Wahrscheinlich wird es dorthin gehen,
wo es einmal begonnen hat: Ein Mann, der auf eine Trommel
schlägt“. Heute scheint sich diese heitere Prognose immer mehr
zu bestätigen.
Pierre Favre wird im Schweizer Jura, in Le Locle, geboren und
beginnt im Alter von 15 Jahren als Autodidakt Schlagzeug zu
spielen. Gegen Ende der 60er Jahre entwickelt er eine neue
melodiöse Konzeption der Perkussion. Rund um das konventionelle
Schlagzeug verändert sich sein Instrument. Es wird zu einem
selbstständigen und sich selbst genügenden Klangkörper, dem er
in Solokonzerten orchestrale Dimensionen entlockt. Zu Beginn der
siebziger Jahre schlägt Pierre konsequent den Weg ein, der ihn für
seine Originalität bekannt machen sollte. Er nimmt immer mehr von
der orchestralen Gesamtheit in sein Spiel auf, tritt als Soloper-
kussionist auf, und spätestens seitdem sind die Kritiker sich über
die außergewöhnliche Qualität dieser Solos einig. In Favres Solokunst
steckt nichts von jener demonstrativen Virtuosität, mit der die
Großen des Schlagzeugs brillant ihren Stil und ihre Begleittechniken
vorführen. Ganz im Gegenteil findet sich bei Favre von Anfang an
eine persönliche musikalische Vision: die Vision des perkussiven
Klangs und darüber hinaus einer orchestralen Perkussion – im
selben Sinn, wie eine Sonate für Piano zu verstehen ist.
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