|
Hippie-Picknicks im Golden Gate Park von San Francisco, dazu spielen die Monkees, Donovan und
Nancy Sinatra den blumigen Soundtrack. Dann kreist plötzlich die Münze im Talerbecken, Jodelchöre
und Trachtengruppen ziehen durchs Bild, am Horizont die Walliser Gipfel.
Viel ist über diese verrückte transatlantische Biographie berichtet worden, die ein junges Maidli
von der Bay Area nach „Wallis Wonderland“ entführte. Wie Erika Stucky ihren Kindheits-Kulturschock
an der Pariser C.I.M. Jazzschule gesangsbildend nicht nur therapierte, sondern transformierte, mit
George Gruntz und Ray Anderson das Jazz-Parkett machtvoll bestieg. Und wie sie schließlich mit ihrem
ureigenen Projekt „Bubbles & Bones“ amorph bis metamorph den interkontinentalen Spagat hinlegte. Die
staunende Presse beschrieb das mitunter so: “Changierend zwischen Alpen-Girlie und Jazz-Lady – eher
herzzereißend als seriös avantgardistisch. Serious fun“ (Rolling Stone). „Vokale Aktionskunst
zwischen Laurie Anderson, Meredith Monk und Tom Waits“, konnte Stereoplay ausmachen. Und ganz
nüchtern protokollierte die FAZ: „Es gibt nicht viele Vokalistinnen von der Art Erika Stuckys.“
Welch nobles Understatement.
Nach Bubbles, Liebesbissen und Prinzessinnen geht Erika Stucky in ihrem neuen Programm
„Suicidal Yodels“ dem scheinbar typischen Schweizer Kulturerlebnis auf den Grund. Doch bald
schon merkt der Zuhörer, dass das Jodeln nicht etwas urtypisch Schweizerisches ist, sondern
urtypisch menschliches, ausgeprägt in den verschiedensten Kulturen rund um den Globus. Und die
Jodel bringen nicht immer nur „Heile, heile Segen“, sondern können auch durchaus selbstmörderisch sein.
Dann wird das Zäuerli zum „Swiss Voodoo“ oder zum Alpen-Blues. Grenzen überschreitet Erika Stucky
nicht nur bei der Gestaltung ihres Programms. Keine Grenzen kennt sie auch, wenn es darum geht
tradierte Musikformen oder Kompositionen in ihre Welt zu holen. Das ist immerzu spannend, überraschend
und witzig – auch wenn der Witz manchmal im Halse stecken bleibt.
Kongenial unterstützt wird Erika Stucky bei „Suicidal Yodels“ vom Salzburger Posaunisten und Sänger
Sebastian Fuchsberger (Mnozil Brass) und dem in Wien lebenden Tubisten Jon Sass.
Achtung: Für die drei Konzerte der Vokal Trilogie "trio_duo_solo" gibt es einen stark verbilligten Pass für alle drei Konzerte dieser Serie!
|